Warum Overath jetzt einen zusätzlichen Bildungsweg braucht
Overath wird jünger, Familien ziehen bewusst wegen des Bildungsangebots hierher. Warum ein zusätzlicher Bildungsweg die Region stärkt – nicht schwächt.

Overath ist keine Stadt, die sich verwaltet. Overath ist eine Stadt, die wächst. Junge Familien ziehen bewusst hierher, viele aus Köln, viele auf der Suche nach mehr Platz, mehr Natur, mehr Zukunft für ihre Kinder. Wer heute nach Overath zieht, stellt sich früher oder später dieselbe Frage: Welche Schule passt zu meinem Kind?
Diese Frage stellen wir uns als Gründer:innen der Freien Schule Overath nicht abstrakt. Wir stellen sie uns als Eltern, als Nachbar:innen, als Menschen, die hier leben. Und wir haben sie mit Zahlen unterlegt, bevor wir daraus eine Idee für eine Schule gemacht haben.
Overath in Zahlen
17,7 Prozent der Bevölkerung in Overath sind unter 18 Jahre alt – deutlich mehr als im regionalen Vergleich. Overath wird also nicht älter, sondern jünger. Gleichzeitig pendelt ein spürbarer Teil der Overather Kinder und Jugendlichen bereits heute für die Schule in Nachbarorte, weil das bestehende Angebot nicht zu jedem Kind und jeder Familie passt. Und viele Familien, die aus Köln zuziehen, wählen ihren Wohnort auch danach aus, welches Bildungsangebot sie für ihre Kinder vorfinden.
Zwei Entwicklungen, die den Bedarf schon heute prägen
Seit 2017 zieht es spürbar mehr Menschen aus der Stadt ins Grüne. Homeoffice entkoppelt den Wohnort zunehmend vom Arbeitsort, und für junge Familien steht der Wunsch nach Natur, Platz und Garten an erster Stelle ihrer Wohnortwahl. Overath liegt genau dort, wo diese Entwicklung hinführt.
Gleichzeitig gelten Kita- und Schulplatzkapazitäten laut den kommunalen Spitzenverbänden bereits heute vielerorts als erschöpft. Der Anteil der Schüler:innen mit Zuwanderungsgeschichte in NRW wächst weiter, und sprunghafte Zuwanderungsschübe bleiben laut Arbeitsmarktforschung strukturell jederzeit möglich.
„Zusätzliche Schulplätze sind keine Sonderlösung für ein akutes Problem, sondern vorausschauende Infrastruktur für eine Entwicklung, die längst begonnen hat.“
Für uns bedeutet das: Die FSO entsteht nicht als Reaktion auf eine Krise – sondern weil Overath diese Entwicklung früh mitdenkt. Genau deshalb suchen wir früh das Gespräch: mit der Stadtverwaltung, mit der Politik und mit den Fraktionen vor Ort. Ein Schulgründungsvorhaben kann nur verantwortungsvoll entstehen, wenn kommunale Perspektiven von Anfang an mitgedacht werden.
Overath als Bildungsziel der Region
Hier liegt der eigentliche Kern: Overath kann eigene Familien zurückgewinnen – und zugleich zur ersten Adresse für eine ganze Region werden, die bislang keine echte Alternative hat.
Bildungsangebot entscheidet über den Wohnort. Für Familien aus der Stadt ist das Schulangebot am Zuzugsort längst ein zentrales Entscheidungskriterium. Ein starkes, zusätzliches Angebot macht Overath für diese Familien noch attraktiver. Overath ist zentral für die Region. Im Umkreis gibt es kein vergleichbares freies weiterführendes Angebot – das betrifft ein ganzes Einzugsgebiet: Rösrath, Kürten, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Engelskirchen, Lohmar, Siegburg und Bensberg. Familien dort stehen vor derselben Lücke wie Familien in Overath. Die FSO schafft eine wohnortnahe Alternative – und Overath wird für diese Familien wieder zur ersten Wahl.
Und: Wer heute in Overath wohnt, aber für die weiterführende Schule pendelt, tut das oft nicht aus Überzeugung, sondern aus Mangel an Alternativen. Ein zusätzlicher, gut eingebetteter Bildungsweg kann diesen Weg umkehren.
Ergänzung, nicht Konkurrenz
Die bestehenden Schulen in Overath leisten wichtige Arbeit und bleiben wichtige Säulen des Bildungsstandorts. Die FSO tritt nicht an, um jemandem etwas wegzunehmen. Wir möchten zusätzlichen Bedarf aufnehmen, der heute nicht gedeckt ist – nicht Bestehendes verdrängen. Ziel ist ein breiteres Angebot für unterschiedliche Kinder und Familien, weil nicht jedes Kind auf demselben Weg am besten lernt. Eine gute Einbettung in die bestehende Schullandschaft ist Teil unserer Verantwortung als gemeinnütziger Träger.
Das ist kein Wunschdenken. Das zeigen die Zahlen schon heute.

